Im Herzen Tirolerin
© Schultz Gruppe
Im September wurde Martha Schultz beim jährlichen „Tirol-Empfang“ in Wien zur „Tirolerin des Jahres 2018“ gekürt – eine Auszeichnung, die der Unternehmerin viel bedeutet, wie sie selbst sagt: „Ich war tief gerührt, als ich erfahren habe, dass ich ‚Tirolerin des Jahres‘ werde“, meint Schultz. „Wenn man gewissermaßen aus den eigenen Reihen, also von den Tirolerinnen und Tirolern, ausgezeichnet wird, freut einen das natürlich ganz besonders.“ Nicht zuletzt deshalb, weil sich die Zillertalerin auch mit dem Motto jenes Abends, „Tiroler im Herzen – Europäer im Geiste“, vollauf identifizieren kann: Sie sei heimatverbunden und traditionsbewusst, aber gleichzeitig auch weltoffen und modern, sagt sie – „für mich stellt das keinen Widerspruch dar“.
Moderne Seilbahner
Dieser Anspruch – Tradition mit Aufgeschlossenheit gegenüber Neuem zu verbinden – prägt auch das Familienunternehmen, dessen Geschicke Schultz seit 2004 mit ihrem Bruder Heinz leitet. Als größter privater Seilbahnbetreiber Österreichs unterhält die Schultz Gruppe mehrere Skigebiete in Tirol und Kärnten, unter anderem die Bergbahnen Hochzillertal oder das Großglockner-Resort Kals-Matrei. Darüber hinaus ist das Unternehmen auch in anderen Bereichen tätig: Eine Baufirma, ein Reisebüro und eine Werbeagentur befinden sich etwa ebenso im Besitz der Firmengruppe wie Hotels und diverse Gastronomiebetriebe. Martha kümmert sich in erster Linie um die Bereiche Marketing, Kommunikation und Verkauf, während ihr Bruder Heinz den Großteil der unternehmerischen Verantwortung trägt.
Impulse für Osttirol
Neben dem Zillertal, wo sich der Stammsitz des Unternehmens befindet, engagiert sich die Schultz Gruppe insbesondere auch in Osttirol. „Wir haben dort in der Vergangenheit viel geleistet und dazu beigetragen, die Region touristisch zu beleben“, erklärt Schultz. „Für uns hat das Gebiet mit seiner wunderschönen Natur großes Potenzial, vor allem auch im Hinblick auf Sommertourismus. Dieses Potenzial auszuschöpfen, ist zwar eine große Herausforderung, aber das macht ja auch den Reiz für einen Unternehmer aus.“
Das Engagement der Schultz Gruppe in Osttirol geht zu einem großen Teil auf Firmengründer Heinrich, den Vater von Martha und Heinz, zurück, der dort bereits vor vielen Jahren Investitionen getätigt hatte. Heute gehören dem Unternehmen verschiedene Hotels und mit Ausnahme von jener in Lienz alle Seilbahnen in der Region. Auch für die Zukunft habe man viel vor, wie Martha Schultz bekräftigt: „Es gibt einige Pläne zu Erweiterungen, Zusammenschlüssen und Verbesserungen. Wir stehen jedenfalls zum Standort Osttirol und wollen auch künftig dort vertreten sein.“
„Mir war es immer ein Anliegen, Tirol in die Welt hinauszutragen.“
Botschafterin Tirols
Den Titel als diesjährige „Tirolerin des Jahres“ hat Schultz laut Jurybegründung nicht nur ihren Erfolgen als Geschäftsfrau, sondern auch ihrer Arbeit als Interessenvertreterin zu verdanken. Als Vizepräsidentin der Wirtschaftskammer Österreich sowie Bundesvorsitzende von Frau in der Wirtschaft setzt sich Schultz für Tirols Unternehmer, vor allem aber für Tirols Unternehmerinnen ein. „Wirtschaftspolitisch besteht zwischen männlichen und weiblichen Unternehmern kein Unterschied“, meint Schultz. „Aber es gibt einfach Herausforderungen, die Frauen öfter oder mehr betreffen als Männer.“ Dazu gehöre etwa das Thema Kinderbetreuung, bei dem Schultz zwar Fortschritte, aber noch immer Handlungsbedarf sieht. „Ich versuche in solchen Fällen, Gehör zu finden und Verbesserungen für die Unternehmerinnen zu erreichen.“
Doch unabhängig davon, ob sie nun als Geschäftsfrau oder als Interessenvertreterin auftritt, sieht sich Schultz in erster Linie als eines: nämlich als „Botschafterin des Landes“. „Mir war es immer ein Anliegen, Tirol in die Welt hinauszutragen und Gäste aus dem In- und Ausland zu überzeugen, dass unser Land ein attraktiver Standort für Betriebe ist“, sagt Schultz.
Eine wichtige Rolle dabei spiele ihre persönliche Verbundenheit zu Tirol, die sich nicht zuletzt auch in ihrer Sprache niederschlage: „Abgesehen von Fällen, in denen es nicht anders geht – etwa bei einer Fremdsprache –, lege ich meinen Dialekt nicht ab. Denn ich möchte immer als Tirolerin erkannt werden.“
Die Schultz Gruppe
Gründung: 1966
Geschäftsführer: Martha und Heinz Schultz
Mitarbeiter: ca. 800 zu Spitzenzeiten, ganzjährig ca. 650
7 Skigebiete mit über 70 Liften
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