Dem Kaiser zum Gedächtnis
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Zu seinen Lebzeiten suchte Kaiser Maximilian I. stets nach Mitteln und Wegen, wie er sein Andenken für die Nachwelt bewahren konnte. Dafür nutzte er alle ihm zu Gebote stehenden Möglichkeiten – angefangen von aufwändig gestalteten, (vermeintlich) biographischen Druckwerken bis hin zu prunkvollen Bauwerken, die das Stadtbild vieler Orte Tirols noch immer prägen.
Trotz dieser mannigfaltigen Bemühungen scheint das Bild des „letzten Ritters“, als der Maximilian oft bezeichnet wird, im kollektiven Gedächtnis der Tiroler allerdings bis zu einem gewissen Grad verblasst zu sein. Zumindest dürften nur die wenigsten eine konkrete Vorstellung davon haben, wie nachhaltig der Habsburger das Land während seiner Herrschaft tatsächlich beeinflusst hat.
„Mit den Events möchten wir Maximilian einfach wieder mehr ins Gespräch bringen.“
Viele Spuren
Um diesen Umstand zu ändern, werden im Rahmen des Jubiläumsjahres zu Maximilians 500. Todestag zahlreiche Veranstaltungen in und außerhalb Tirols angeboten, die über Leben und Taten des Kaisers informieren sollen. „Mit den Events möchten wir Maximilian einfach wieder mehr ins Gespräch bringen“, erläutert Isabelle Brandauer, die Koordinatorin des Jubiläumsprogramms. „Denn ganz ehrlich: Bei den meisten endet das Wissen über Maximilian wohl bei der Martinswand und dem Goldenen Dachl. Dabei hat er Tirol so viel mehr hinterlassen.“
Abgesehen von den aufsehenerregenden Bauprojekten, die Kaiser Maximilian in Auftrag gab – neben dem Goldenen Dachl sind dabei vor allem die Bronzestandbilder der Hofkirche und das Zeughaus in Innsbruck zu nennen –, wurden etwa auch viele Burgen wie das Schloss Tratzberg unter seiner Ägide revitalisiert. Darüber hinaus ließ er zahlreiche Fischteiche anlegen und sogar Weinstöcke im Land ansiedeln, unter anderem am Zirler Berg. Und nicht zuletzt gehen auch die heutigen Ausdehnungen des Landes auf den Habsburger Herrscher zurück: Kitzbühel, Rattenberg und Kufstein wurden erst unter ihm Teil Tirols. „Man kann also getrost sagen, dass Maximilian ganz Tirol entscheidend geprägt hat“, meint Brandauer. „Dementsprechend finden auch die Veranstaltungen im Rahmen des Jubiläumsjahres überall im Land statt.“
Großes Programm
Obwohl der Auftakt bereits im vergangenen November mit der 3D-Lichtshow „Max 500“ in der Innsbrucker Hofburg erfolgt war, startete der eigentliche Veranstaltungsreigen im Grunde erst mit April. „Wir sind momentan voll im Geschehen, derzeit gibt es fast jede Woche ein bis zwei neue Events. Und das geht voraussichtlich so weiter bis Oktober“, berichtet Brandauer, die sich auch angetan von den bisherigen Rückmeldungen zeigt: „Das Programm kommt wirklich sehr gut an. Die Lichtshow hat beispielsweise über 25.000 Besucher angelockt, und die anderen Veranstaltungen erhalten ebenfalls viel Zulauf. Man merkt, dass das Maximilianjahr bei den Leuten angekommen ist.“
Dafür spreche auch, dass man immer mehr Anfragen von diversen Initiativen erhalte, die im offiziellen Programmkalender aufgenommen werden möchten. Dieser umfasst derzeit an die 240 Veranstaltungen und Projekte, die genaue Anzahl ist jedoch schwer zu ermitteln – weil laufend neue Events hinzukommen, hat nicht mal Brandauer selbst stets die aktuellen Zahlen im Kopf. „Letztendlich ist das aber kein wirkliches Problem“, meint sie. „Mir ist es nur wichtig, dass die Menschen am Ende des Jahres mehr über Maximilian wissen als vorher. Und dass dieser auch nach dem Jubiläumsjahr nicht gleich wieder verschwindet.“
Kommende Highlights
Das Programm zum Maximilianjahr ist überaus vielfältig, die Bandbreite reicht von Vorträgen und Ausstellungen bis hin zu Aufführungen, Konzerten und Festen. „Die sieben Leben des Maximilian“ 20.–23. und 28.–30. Juni, Lienz, Stams, Schwaz, Hall, Landeck, Altfinstermünz, Innsbruck Ein Festival für zeitgenössisches Musiktheater, das an sieben Orten Tirols aufgeführt wird. Jedes Stück ist gezielt auf den jeweiligen Aufführungsort zugeschnitten und wird von namhaften Komponisten in Zusammenarbeit mit lokalen Laiengruppen gestaltet. „Die Abenteuer des Ritters Theuerdank“ 6.–7. Juli, Innsbruck Ein interaktiver Sagenrätselpfad im Innsbrucker Zeughaus, der sechs Episoden des von Maximilian in Auftrag gegebenen Epos „Theuerdank“ mit Hilfe von Schauspielern kindgerecht aufbereitet. „Maximilian feiert“ 12. Oktober, Innsbruck Abschlussfest des Jubiläumsjahres, das von früh bis spät in der Altstadt und auf dem Vorplatz vom Haus der Musik stattfindet. Neben Kulinarik wird auch ein abwechslungsreiches Programm mit Führungen, einer Museumsrallye und einem Ritterturnier am Domplatz geboten.
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