Mehr als ein Arbeitsort
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Drei TVB zeigen, wie:
1. TVB Paznaun – Ischgl: CREW Card
Ein Tal, viele Möglichkeiten
Was im Rahmen eines Pilotprojektes in der Wintersaison
2018/19 entstand, ist nun fixer Bestandteil des
Destination Employer Brandings im TVB Paznaun – Ischgl:
die Paznaun – Ischgl CREW. Mit der im Zuge dieses
Projektes eingeführten Mitarbeiter:innenkarte, die
Zugang zu Vergünstigungen bei Freizeitaktivitäten und
Schulungen ermöglicht, will der TVB seinen Beitrag gegen
den Personalmangel leisten: „Das ist ein Hebel, bei dem
wir als TVB ansetzen können. Zusätzlich zu den Zuckerln,
die Betriebe bereits bieten, wie höheres Gehalt oder
andere Benefits“, erklärt Mathias Schuler,
Abteilungsleiter Employer Branding im TVB Paznaun –
Ischgl.
Erhältlich ist die Karte online und mit Bestätigung des Arbeitgebenden für alle Angestellten im Paznaun – unabhängig von der Branche und der Arbeitsdauer. Falls jemand nur kurz bleibt, wird die Karte nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses vom Betrieb eingesammelt.
Bewährte Methoden
Die Karte ist Teil der Kampagne Paznaun –
Ischgl CREW, mit der der TVB um Mitarbeiter:innen wirbt.
Ausgespielt wird sie in den wichtigsten Herkunftsmärkten
der Region. „Wir setzen auf die gleichen Methoden, die
sich auch schon bei unseren Gästen bewährt haben“,
erklärt Schuler. „Es ist Aufgabe des TVB, beide
anzusprechen. Denn wenn morgens niemand Frühstück macht
und abends niemand kocht, können wir auch keine Gäste
mehr bewirten.“ Die Zielgruppe seien hauptsächlich die
Generationen Y und Z, im Prinzip aber alle potenziell
Interessierten. Denn der Altersmix habe sich seit Corona
stark verändert. „Während vor der Pandemie ein Großteil
der Mitarbeiter:innen zwischen
20 und 30 Jahre alt war, haben wir mittlerweile fast
gleich viele 20- wie 50-Jährige.“
Bei den Mitarbeiter:innen kommt die CREW Card laut Schuler gut an. In der abgelaufenen Wintersaison wurden 2.900 Karten ausgestellt. Auch seitens der Betriebe kommen viel Zuspruch und positives Feedback. Aktuell wird daran gearbeitet, das Angebot weiter zu digitalisieren, um den Zugang für Unternehmen und Personal zu erleichtern. Zudem gibt es neue Ideen, deren Umsetzung geprüft wird.
„Wenn morgens niemand Frühstück macht und abends niemand kocht, können wir auch keine Gäste mehr bewirten.“
2.900
Mitarbeiter:innen-karten wurden in der Wintersaison 2022/23 ausgestellt.
2. Achensee Tourismus: DahoamCard
Arbeits- und Lebensraum
2018 startete Achensee Tourismus gemeinsam mit Arbeitgeber:innen und -nehmer:innen, Gemeinden, Expert:innen und der Politik das Regionalentwicklungskonzept Job-Life Achensee mit dem Ziel, die Region als attraktiven Arbeits- und Lebensraum zu vermarkten. Herzstück ist eine Serviceplattform für Betriebe und Mitarbeiter:innen, auf der beispielsweise Jobs inseriert bzw. gesucht, aber auch Freizeitmöglichkeiten präsentiert werden. Zu finden sind dort auch die Angebote, die mit der sogenannten DahoamCard genutzt werden können. Wie diese funktioniert, erklärt Katrin Rieser, Projektmanagerin von Job-Life Achensee. „Alle Achenseebewohner:innen sowie Arbeitnehmer:innen der Region können in den Genuss der Vorteile dieser Karte kommen. Sie kann in der eigenen Wohnsitzgemeinde bzw. in der Gemeinde des Arbeitgeberbetriebs kostenlos abgeholt werden.“
Mit dem Projekt und der Karte der Region wollen die Gemeinden mit dem Tourismusverband Achensee auf die Veränderungen und Anspannungen am Arbeitsmarkt reagieren. Denn: „Wie in anderen Regionen sieht sich nicht nur der Tourismus seit einigen Jahren mit einem ausgeprägten Mitarbeiter:innenmangel konfrontiert, auch andere Branchen am Achensee stehen vor dieser Herausforderung“, sagt Rieser.
Restart nach Pandemie
Nach einer pandemiegeschuldeten ruhigeren Phase will man mit Job-Life Achensee wieder voll durchstarten. Neue Attraktionen sollen bei der DahoamCard dazukommen. Im Moment gibt es beispielsweise Vergünstigungen bei Deutschkursen, Fitnessangebote oder eine digitale Park- und Langlaufsaisonkarte. Betriebe und Mitarbeiter:innen profitieren laut Rieser von dem Projekt. „Betriebe erhalten über die Plattform eine Bühne, um sich am umkämpften Arbeitsmarkt zu präsentieren und mit potenziellen Mitarbeiter:innen auszutauschen. Des Weiteren können wir die Region Achensee überregional und branchenunabhängig positionieren und als attraktiven Arbeits- und Lebensraum etablieren.“ Arbeitnehmer:innen würden hingegen Antworten auf relevante Fragen bekommen.
Derzeit haben sich rund 110 Unternehmen auf der Plattform Job-Life Achensee registriert, knapp 70 Prozent davon kommen aus dem Tourismus. „Job-Life Achensee erfährt bei den bestehenden Mitgliedern einen großen Zuspruch. Das bestätigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, sagt Rieser.
110
Unternehmen sind auf der Plattform Job-Life Achensee registriert, knapp 70 Prozent davon aus dem Tourismus.
„Betriebe erhalten über die Plattform eine Bühne, um sich am umkämpften Arbeitsmarkt zu präsentieren und mit potenziellen Mitarbeiter:innen auszutauschen.“
3. Region Seefeld: Teamcard
Eine Karte, zwei Varianten
Seit Dezember gibt es auch in der Region Seefeld eine Teamcard für Arbeitnehmer:innen der Region. „Die Idee hinter der Teamcard ist, dass Mitarbeiter:innen ein gebündeltes Angebot bestehend aus Freizeit-, Sport- und Bonusangeboten bekommen,“ erklärt Raphael Chrysochoidis, der im TVB Seefeld das Projekt verantwortet. Gemeinsam mit einem Tourismusberatungsunternehmen hat der TVB die Mitarbeiter:innenkarte im Laufe des vergangenen Jahres entwickelt und in einem weiteren Schritt interessierte Betriebe als Leistungsträger für das Projekt an Bord geholt.
Erhältlich ist die Teamcard Chrysochoidis zufolge in
zwei Varianten: als Basiccard, also einer Art
Schnupperkarte, um 49 Euro sowie als Premiumcard um
385 Euro mit einer Vielzahl von verschiedenen
Leistungen. Betriebe in der Region können die Karte für
ihr Personal erwerben – die Basiccard etwa als Extra im
Recruiting- oder Onboarding-Prozess oder die
Premiumversion als Bonus für Langzeitmitarbeiter:innen,
nennt Chrysochoidis zwei Anwendungsbeispiele. „Wichtig
war uns von Anfang an, kein Konkurrenzmodell zu
bestehenden Saisonkarten zu schaffen. Wenn jemand
beispielsweise den ganzen Winter nur auf Skiern
unterwegs ist, dann ist auch weiterhin die Saisonkarte
bei den Bergbahnen die erste Wahl.“
Win-win-Situation
Nutzen können die Karte alle Personen, die in der Region angestellt oder selbstständig tätig sind, sowie Gemeinde- und Lehrpersonal. „Mit diesen Voraussetzungen können wir sicherstellen, dass das Projekt auch wirklich ein Mehrwert für die Region hat“, erklärt der Projektleiter. Über die TeamCard-App kann der TVB den Erfolg der Karte evaluieren und am Ende der Saison mit den Betrieben abrechnen. „Das Projekt ist gut angelaufen und kommt bei den Unternehmen auch schon an, befindet sich aber noch in der Anfangsphase. Mitarbeiter:innen und Unternehmen müssen noch sensibilisiert werden“, resümiert Chrysochoidis. Der Nutzen ist für ihn klar: „Arbeiter:innen können zu einem guten Preis die Region und ihre Möglichkeiten kennenlernen und ihre Erfahrungen an Gäste weitergeben und werden so zu Botschafter:innen der Region Seefeld. Betrieben hingegen steht ein zusätzliches Instrument zur Mitarbeiter:innenakquise bzw. -bindung zur Verfügung.“
„Arbeitnehmer:innen können zu einem guten Preis die Region und ihre Möglichkeiten kennenlernen und ihre Erfahrungen an Gäste weitergeben und werden so zu Botschafter:innen der Region Seefeld.“
2 Varianten ...
gibt es bei der Teamcard: eine Basiccard als Schnupperkarte und die Premiumcard mit einer Vielzahl von vergünstigten Leistungen.
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