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Wenn Gastgeber:innen zu Destinationen wachsen

Individuelle Angebote und Spezialisierungen eröffnen innovativen Hotelier:innen die Möglichkeit, sich ganzjährig als eigenständige Destination zu positionieren und damit Gäste wie Mitarbeiter:innen langfristig zu binden. Auch in Tirol beweisen bereits einige Betriebe, wie das gelingen kann.

DEZEMBER 2023Text: Linda Pezzei
Aufmacher
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Gradonna Mountain Resort

Gemeinsam mit ihrem Bruder Heinz teilt sich Martha Schultz, Mitinhaberin des Gradonna Mountain Resort in Kals am Großglockner, die Geschäftsführung der erfolgreichen Schultz Gruppe. Dank der Leidenschaft des Geschwisterpaares für das Gastgebertum konnte sich der größte private Seilbahnbetreiber in Österreich mit Skigebieten, Resorts, Hotels und Chalets, dem Golfclub Zillertal sowie den Luxushütten Adler Lounge, Kristall- und Wedelhütte in Tirol, Osttirol und Kärnten nachhaltig am Markt positionieren.

„Das Gradonna Mountain Resort hat jedes Jahr von Dezember bis April und von Juni bis November geöffnet“, so Martha Schultz, „man könnte sagen, wir sind ein Ganzjahresbetrieb mit Betriebsferien.“ Dieses Angebot wissen nicht nur die rund 110 ganzjährig angestellten Mitarbeitenden zu schätzen, sondern auch die zahlreichen Stammgäste. Gerade die Naturlandschaft und Aktivangebote vom Wandern und Mountainbiken bis hin zum Skifahren, Langlaufen, Schneeschuhwandern und Rodeln machen das Designhotel mit seinen Chalets direkt am Berg und an der Piste zum beliebten Ziel für Aktive und Ruhesuchende, die des umfassenden Wellnessangebots wegen anreisen.

 

Gradonna www.gradonna.at/de/
Lage Kals am Großglockner
Anzahl Mitarbeitende ca. 110
Eröffnung 2012
USP
Lage auf 1.350 Meter Seehöhe
am Tor zum Nationalpark Hohe
Tauern mit Ausblick auf mehr als
60 Dreitausender und die Natur ringsum

Die Lage inmitten der Bergwelt Tirols macht den Aufenthalt im Gradonna Mountain Resort  in Kals am Großglockner zum  authentischen Naturerlebnis.
Die Lage inmitten der Bergwelt Tirols macht den Aufenthalt im Gradonna Mountain Resort in Kals am Großglockner zum authentischen Naturerlebnis.
© Gert Perauer

Martha Schultz

3 Fragen an ...

Martha Schultz

Mitinhaberin des GradonnaMountain Resort

1. Kommen die Gäste in das Gradonna Mountain Resort oder nach Tirol? Unsere Gäste kennen und schätzen unser Haus. Oftmals buchen sie bereits bei ihrem vorherigen Aufenthalt wieder – suchen also erst gar nicht nach einer Destination in Tirol, sondern entscheiden sich gezielt für uns.

2. Wie wichtig ist in Ihren Augen eine Positionierung als Ganzjahresdestination in Tirol? Nur so können wir im weltweiten Wettbewerb bestehen und für die notwendige Wertschöpfung sorgen. Wir spüren bei unseren Gästen auch, dass das Interesse das ganze Jahr über gegeben ist. Als Ganzjahresbetrieb können wir auch unseren Mitarbeitenden mehr Sicherheit bieten.

3. Welchen Herausforderungen begegnen Sie hierbei? Das größte Problem besteht darin, ganzjährig eine stabile Auslastung zu generieren. Dazu kommt auch in unserer Branche der Arbeitskräftemangel – wobei wir, so gut es geht, unsere Mitarbeitenden selbst aus- und weiterbilden. Ein spezifisches Problem von Betrieben in Seitentälern ist außerdem die Verkehrsinfrastruktur.

Die Fünf-Sterne-Wellnessoase Posthotel Achenkirch versteht sich als Kraftort für Körper und Geist.
Die Fünf-Sterne-Wellnessoase Posthotel Achenkirch versteht sich als Kraftort für Körper und Geist.
© © Posthotel Achenkirch

Posthotel Achenkirch

Auch das Posthotel Achenkirch ist eine ganzjährig beliebte Destination mit zahlreichen Stammgästen. Damit der Erfolg langfristig anhält, brauche es laut Hoteldirektor Jens Bernitzky neben attraktiven Angeboten für jede Jahreszeit auch eine entsprechende Qualität. Dem Posthotel spielen dabei die direkte Umgebung mit dem Achensee, das Golf- und Wanderangebot sowie gut ausgebaute Radwege und das hauseigene Angebot mit Reitgestüt, Wellness und einem ganzheitlichen Sport- und Freizeitangebot in die Hände. Das Fünf-Sterne-Wellnesshotel hat sich ganz auf Erwachsene spezialisiert und richtet sich an Romantiker:innen, Wellnessliebhaber:innen, Gourmets und sportlich Aktive.

Bei einer Auszeit im Posthotel Achenkirch stehen dementsprechend Entschleunigung, Entspannung und Genuss an erster Stelle. Himmelbetten, Whirlpool und Sauna im Zimmer, Yoga, Retreats, Fitness, Reiten und Tennis – wer mag, muss das Hotel keine Minute verlassen und kann trotzdem die volle Bandbreite an exklusiven Angeboten und Aktivitäten in Anspruch nehmen. Ein Gourmetrestaurant sowie das TCM-Gesundheitsrestaurant TENZO samt einem unter anderem mit der Hausmarke Panta Rhei bestückten Weinkeller runden das Angebot der exklusiven Destination am Achensee ab.

Posthotel Achenkirch www.posthotel.at
Lage Achenkirch
Anzahl Mitarbeitende 170
Eröffnung 1918 als Gaststube gegründet
USP
Erwachsenenhotel, das Romantik, Wellness, Kulinarik und sportliche Aktivitäten vereint

Jens Bernitzky

3 Fragen an ...

Jens Bernitzky 

Hoteldirektor Posthotel Achenkirch

1. Wie wichtig ist in Ihren Augen eine Positionierung als Ganzjahresdestination in Tirol? Aufgrund des Klimawandels ist es bereits Fakt, dass einige Regionen in Österreich zukünftig keinen bis eingeschränkten klassischen Wintersport anbieten können. Wir haben glücklicherweise über das Jahr gesehen eine konstante Auslastung.

2. Welche Herausforderungen werden sich in Ihren Augen in diesem Zusammenhang ergeben? Für die klassischen Winterbetriebe und Gemeinden dürfte die Umstellung einen zusätzlichen und nicht unerheblichen finanziellen Mehraufwand bedeuten. Zudem stellt sich die Frage nach den Arbeits- und Fachkräften, die dafür benötigt werden.

3. Wie lässt sich auf diese Weise vorhandenes Potenzial am besten nutzen und ein USP generieren? Idealerweise bündeln einzelne Anbieter:innen und Dienstleister:innen ihre Aktivitäten und ihr Angebot und schließen sich zu einem Marketingverbund zusammen, um Synergien zu nutzen und dadurch finanzielle Mittel möglichst effizient einzusetzen.

Den Alltag hinter sich lassen und Regeneration pur erleben lautet das Motto des European Ayurveda Resort Sonnhof.
Den Alltag hinter sich lassen und Regeneration pur erleben lautet das Motto des European Ayurveda Resort Sonnhof.
© Ayurveda Resort Sonnhof

European Ayurveda-Resort Sonnhof

Damit die Entwicklung zur Destination auf lange Sicht funktionieren kann, benötigt es in den Augen von CEO Elisabeth Mauracher neben der Bereitschaft der Hotelier:innen auch innovative Konzepte und motivierte Mitarbeiter:innen: „Das wichtigste ist das Mindset: offen sein für Neues, Mut haben und positiv denken.“ Das Konzept European Ayurveda® soll den Gästen eine Anleitung für ein gesünderes Leben an die Hand geben. Im European Ayurveda Resort Sonnhof lassen die Gastgeber:innen in diesem Sinne die ganzheitliche Lehre des Ayurveda als Gegenpol zur schnelllebigen europäischen Welt neu aufleben.

Das spezielle Angebot umfasst Kuren wie Pancha Karma, Detox, Jungbrunnen, Aufbau und Regeneration, aber auch eigene European Ayurveda Gewürze, Tees, Shots, zwei eigene Bücher, Porridges, Räucherware und vieles mehr. Im Moment arbeitet das Team an einer digitalen Online Ayurveda Plattform. „Live differently – individuell, anders, gesund“, lautet das Sonnhof-Motto. Aufgeschlossene Gäste erwartet am Hochplateau des Thierseetals dementsprechend ein Urlaub, der das Leben verändern und zur eigenen Essenz führen soll, um schließlich das wahre Selbst zu erkennen.

Sonnhof sonnhof-ayurveda.at/der-sonnhof/
Lage Thiersee
Anzahl Mitarbeitende 60
Eröffnung 2006
USP
Im Sinne der Lehre von Ayurveda mit speziellen Kuren Körper, Geist und Seele in Einklang bringen

Elisabeth Mauracher

3 Fragen an ...

Elisabeth Mauracher

Geschäftsführerin European Ayurveda Resort Sonnhof

1. Wie wichtig ist es in Ihren Augen, dass sich Tirol als Ganzjahresdestination positioniert? Für ein ganzheitliches und nachhaltiges Konzept ist dies sehr wichtig. Wir können den Gästen sommers wie winters viel bieten, wobei es innovative Konzepte braucht, die nachhaltig wirken. Die Natur und der Luxus der Ruhe werden in Zukunft immer wichtiger werden. Auch die Mitarbeiter:innen suchen in Zeiten wie diesen Stabilität und einen Ganzjahresjob.

2. Welchen Herausforderungen begegnen Sie hierbei? Für eine Ganzjahresdestination braucht es Kreativität, Qualität sowie innovative und nachhaltige Konzepte.

3. Wie lässt sich auf diese Weise vorhandenes Potenzial am besten nutzen und ein USP generieren? Indem die Hotelier:innen offen sind für neue Konzepte, sich inspirieren lassen und den Mut haben, etwas umzusetzen. Wir müssen den Wert, den Tirol hat, wiedererkennen und ein auf die aktuellen Bedürfnisse der Gäste zugeschnittenes Angebot schaffen, das authentisch ist.

THEMEN IN DIESEM ARTIKEL:
#Ausbildung#Buchung#Individualität
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