Aus zwei mach eins
© Blickfang Photographie
Die Geschichte wiederholt sich im Jahresrhythmus: Die Blicke der Tourismusbranche richten sich im Spätherbst nach oben, um zu schauen, ob und wann der Schnee kommt. Wobei mittlerweile auch schon ein paar kalte Tage reichen, um mittels Beschneiung weiße Pisten und die perfekte Unterlage für den Skisport zu schaffen. Unabhängig von den technischen Möglichkeiten ist uns Touristiker:innen allerdings sehr wohl bewusst, dass sich die Welt und ihr Klima maßgeblich verändern. Gleichzeitig sind auch die Bedürfnisse der Wintersportler:innen im Wandel begriffen.
Skifahren bleibt nach wissenschaftlichen Studien trotz der globalen Erwärmung in den kommenden Jahrzehnten das Kernprodukt des Tiroler Tourismus. Der Wintertourismus kann aufgrund veränderter Anforderungen und Rahmenbedingungen allerdings nicht mehr nur auf den Pistensport reduziert werden. Ergänzende Winterangebote – vom Wandern über Kulinarik bis hin zu Wellness – prägen längst den heimischen Tourismus. Unsere Branche hat in ihrer weit mehr als hundertjährigen Geschichte immer wieder bewiesen, dass sie mit Herausforderungen umgehen kann und diese erfolgreich meistert. Auch die Tirol Werbung hat sich strategisch neu ausgerichtet und strukturell neu aufgestellt – unter anderem mit einem Future Lab, das sich beispielsweise mit der Frage der klimatischen Verknappung von Schnee beschäftigt.
Die genannten Veränderungen führen auch dazu, dass die Saisonen mehr und mehr verschwimmen. Die starren Strukturen von Winter und Sommer lösen sich auf. Oder salopp formuliert: Aus zwei mach eins. Im April oder November lässt sich’s zum Beispiel am Vormittag Skifahren und am Nachmittag Radfahren. Das zeigt die Vielfalt Tirols – vom Gletscher bis zu den sanfteren Gebieten – und ebnet den Weg in Richtung Ganzjahrestourismus. Den haben wir als klares strategisches Ziel der Tirol Werbung formuliert. Konkret bedeutet das unter anderem, dass wir ergänzend zu unserem Wintermarketing auch Kampagnen im Frühjahr und Herbst forcieren, um die saisonalen Randzeiten verstärkt zu bewerben und Reiseströme zu entzerren.
Auch wenn wir heuer das beste Sommerergebnis seit 1992 erzielt haben, ist in diesem Zusammenhang das Produkt wichtig, sprich längere Saisonzeiten von Hütten, Bergbahnen und auch dem öffentlichen Verkehr. All das bedeutet am Ende nämlich auch eines: eine hohe Freizeit- und Lebensqualität für die Tirolerinnen und Tiroler das ganze Jahr über.
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